voices

Simone (Bern, Schweiz)

Im September 2014 hatte ich die Möglichkeit, anlässlich einer privaten Reise nach Sri Lanka einige Kinder, die vom Verein Aalamaram unterstützt werden, zu besuchen. Ich war erschüttert, in welch einfachen Verhältnissen sie wohnen und überwältigt von ihrer Herzlichkeit und Freude. Mütter und Pflegemütter erzählten mir ihr Schicksal und wie sie sich bemühen, ein Einkommen für die Familie zu finden. Diese innovativen Frauen flechten Körbe und andere Hilfsmittel für die Küche, stellen selber Appalam/Papadam unter ihrem eigenen Label her oder ziehen von Haus zu Haus, um ihre Dienste als Küchenhilfe anzubieten. Spontan entschloss ich mich, Fr. 100.00 aus meiner Reisekasse zu spenden und den Kindern etwas zu kaufen. Ich fragte sie, was ihr Wunsch sei, wenn sie Fr. 10.00 hätten. Die Knaben waren sich schnell einig, dass sie sich „running shoes“ (Turnschuhe) wünschten, die Mädchen Hefte, Stifte für die Schule und Haarklammern. Wir quetschten die zehn Kinder in unseren Van und fuhren ins nächste Dorf zum Einkaufen. Nach der Heimfahrt präsentierten die Kinder uns stolz ihre Errungenschaften. Die glänzenden Augen und die fröhlichen Gesichter, sowie die vielen Umarmungen und Dankesworte der Kinder berühren mich noch heute.

Tharsika (Meesalai, Sri Lanka)

Ich heisse Tharsika und bin die Älteste von 5 Kindern. Ich studiere Unternehmensführung an der Universität in Jaffna. Zu Beginn meines Studiums wurden meine Familie und ich vertrieben und zogen von Ort zu Ort in der Region Vanni. Während eines Angriffs mit Raketenbomben wurde mein Vater verletzt und musste ein Bein amputieren. Viele unserer Verwandten starben während des Bürgerkrieges. Nach Kriegsende wurden wir in ein Auffanglager in Cheddikulam gesteckt. Wir erlebten grosse Not und Elend, so mussten wir täglich mehrere Stunden in langen Reihen warten, um unsere Essenspakete zu erhalten. Während ich anstand, um die Pakete zu holen, schliefen meine jüngeren Geschwister ein, sie erhielten dann kein Essen mehr, und bis am nächsten Tag waren die ihnen zugeteilten Lebensmittel verdorben. Meine Eltern fanden im Auffanglager aus lauter Sorge kaum Schlaf und haderten mit ihrem Schicksal. Nach sechs Monaten konnten wir das Lager endlich verlassen und kamen nach Meesalai. Dort konnte ich wieder zur Schule gehen und mich für die Hochschulreife vorbereiten, ich wurde sogar Zweitbeste in der Region Kilinochchi und es war mir möglich, mein Studium im Jahr 2011 an der Universität in Jaffna wieder aufzunehmen.
Da mein Vater immer noch keine Arbeit hat, ist unser Budget sehr klein und ich bin froh, dass ich dank des Vereins Aalamaram mein Studium weiterführen kann.

Geben Sie den Kindern in Sri Lanka eine Zukunft."

 

Balan (Meesalai, Sri Lanka)

Ich heisse Balan, bin 16 Jahre alt und habe eine jüngere Schwester. Ich bin in der 10. Klasse in Meesalai. Vorher wohnten wir in Tharmapuram in der Region Kilinochchi. 2008, als der Konflikt erneut heftig ausbrach, war ich 11 Jahre alt und besuchte die Schule in der 5. Klasse. Wie viele andere Familien zogen wir aus Angst vor dem Krieg von Ort zu Ort. In Mullivaikkal wurden meine Mutter und mein Vater bei einem Bombenangriff getötet. Auf Irrwegen kamen wir zu unserer Tante in Meesalai. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit der Unterstützung des Vereins Aalamaram nun wieder zur Schule gehen kann.

 

 

Ravi (Kilinochchi, Sri Lanka)

Mein Name ist Ravi und ich bin 14 Jahre alt. Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Aufgewachsen bin ich in Kilinochchi. Als der Konflikt 2008 erneut ausbrach, flüchtete meine Familie nach Mullivaikaal, dort fanden wir Unterschlupf bei Bekannten. Bei einem heftigen Bombenangriff versteckten wir uns alle in einem Bunker im Garten. In der Gefechtspause riefen die Leute im Nachbarsgarten um Hilfe. Unsere Eltern überlegten nicht lange und liefen die kurze Strecke zum benachbarten Bunker durch den Garten. Doch ein erneuter Angriff begann, und sie wurden beide vor unseren Augen von einer Raketenbombe getötet. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was alles in uns vorging und wie es weiterging. Schliesslich kamen wir in ein Auffanglager, wo wir mehr als zwei Jahre ausharrten, bis unsere Grossmutter uns aufspürte und uns zu sich nahm. Nun wohnen wir gemeinsam mit der Grossmutter, unserer Tante, ihren zwei Kindern und ihrem Mann in einer einfachen Hütte in Kilinochchi. Auch unser Onkel hat viel Schlimmes im Krieg erlebt und er kann kaum mehr arbeiten, so dass es oft nicht mal für das Nötigste reicht. Wenigstens können wir die Schule besuchen und haben genug zu essen, dafür sind wir dem Verein Aalamaram sehr dankbar.